Am Rande des Nichts
 

Am Rande des Nichts

Von Adrian Bronikowski

106 Seiten
Softcover
ISBN 978-3-89794-993-5
12,00 EUR



Alles, was wir kennen, das wir lieben, das wir hassen, was wir anfassen oder uns erträumen, wird irgendwann zu nichts.
Wäre es da nicht angebracht, sich mehr mit dem Nichts zu befassen? Vielleicht erscheint es uns weniger finster, wenn wir es kennen lernen. Vielleicht können wir es sogar verstehen, ja vielleicht ist es gar nicht nichts.
Kann das Nichts nicht nur Sterne und Galaxien vernichten, sondern auch Grund unserer menschlichen Existenz sein? –
Damit und mit vielen weiteren Fragen befasst sich dieses Buch.


 

Vorwort

Nichts ist spannender als das Nichts. Nichts? - Was soll man ausgerechnet mit dem Nichts anfangen? Gibt es überhaupt das Nichts?
Im Folgenden möchte ich Sie für das Nichts begeistern, auch weil es, wie ich finde, zu Unrecht einen schlechten Ruf hat, oder Verdrängung erfährt. Viele Menschen fürchten sich vor der Leere, vor dem Tod, vor einem Fall ins Nichts. Tatsache ist, das Nichts ist das Ende von allem, das einen Anfang kannte. Nein? -
Meinen Sie, dass sich in 500 Jahren noch jemand an Sie erinnert? Vielleicht erinnert man sich dann noch an Goethe, Mozart oder Kant. Aber wie sieht es in 5000 Jahren aus? Was ist, wenn unsere Erde eines Tages zerstört ist oder wenn unser Sonnensystem in einer Supernova aufgeht? Glauben Sie, es weiß dann noch jemand, dass Sie vor langer Zeit ein schönes Häuschen bauten, Ihrer Familie mit einem Handstand imponierten oder Sie eine umwerfende Idee hatten? Weiß jemand aus Ihrer Verwandtschaft selbst in absehbarer Zukunft noch, wie sehr Sie das Leben liebten oder an ihm verzweifelt sind?
Alles, was wir kennen, das wir lieben, das wir hassen, was wir anfassen oder uns erträumen, wird irgendwann zu nichts. Eigentlich weiß das jeder. Wir wissen, dass wir und alles um uns herum endlich sind. Nichts bleibt von uns, nichts bleibt von unseren Gedanken oder Taten. Irgendwann ist alles weg, irgendwann ist alles aus und vorbei. Allerdings wollen wir diese Erkenntnis ungern wahrhaben, ja wir ignorieren sie und bilden uns ein, dass wir gegen dieses Nichtmehrdasein eine Chance haben.
Wir versuchen alles Erdenkliche zu unternehmen, um nicht in Vergessenheit zu geraten, um das Nichts in und um uns herum aufzuhalten. Wir verlieben uns, zeugen Kinder, schreiben Bücher, komponieren Stücke, bauen Denkmäler, schießen Fotos, drehen Filme, speichern Daten. Mit anderen Worten, wir versuchen auf die eine oder andere Art unsterblich zu werden, um bloß nicht zu verschwinden.
Doch auch wir werden irgendwann vom Nichts erfasst, unweigerlich aufgesogen von einem Schwarzen Loch, das uns auslöscht, das unser Ende besiegelt.
Wäre es da nicht angebracht, sich mehr mit dem Nichts zu befassen? Vielleicht erscheint es uns weniger finster, wenn wir es kennen lernen. Vielleicht können wir es sogar verstehen, ja vielleicht ist es gar nicht nichts.